Das in der Mathematik bekannte "Möbiusband" wurde schon 1882 in einem Zauberbuch erwähnt. In jener Version übergibt der Zauberkünstler einem Zuschauer drei grosse "Ringe" aus Papier, check die man jeweils durch Zusammenkleben der beiden Enden eines langen Papierstreifens erhält. Mit einer Schere schneidet der Zuschauer den ersten Streifen der Länge nach in zwei Hälften, wobei er entlang der Bandmitte schneidet, bis er zum Ausgangspunkt zurückkommt. Nach dem Schneiden hat er zwei Ringe aus Papier in den Händen. Wird jedoch der zweite Ring auf ähnliche Art und Weise in zwei Teile geschnitten, stellt der Zuschauer zu seiner Überraschung fest, dass er nur ein einziges Band erhält, dessen Umfang zweimal so gross wie der des ursprünglichen Bandes ist. Beim dritten Band ist das Ergebnis ebenso erstaunlich: Zwei Papierringe, die miteinander verkettet sind.
Das Ergebnis beruht bei den einzelnen Bändern selbstverständlich auf ihrer speziellen Vorbereitung. Beim ersten Streifen werden die Enden miteinander verbunden, ohne dass er gedreht wird. Das zweite Band ist eine Möbiusfläche, die man erhält, indem man das eine Ende des Streifens einmal dreht, bevor man es mit dem anderen Ende zusammenklebt. Es ist eine der vielen eigenartigen Eigenschaften dieser Fläche, die nur eine Seite und eine Kante hat, dass man sie der Länge nach zu einem einzigen grossen Ring zerschneiden kann. Das dritte Band wurde zweimal gedreht, bevor man seine Enden zusammenklebte.
Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass Siderato dieses Kunststück als Wettbewerb vorführt. Es werden zwei Personen aus dem Publikum auf die Bühne gebeten, und jede Person bekommt ein Band und eine Schere. Siderato zeigt zunächst mit seinem Papierband vor, was zu tun ist: Das Band soll in zwei getrennte Ringe zerschnitten werden. Nach dem Start des Wettbewerbs beginnen die beiden Mitspieler zu schneiden. Sobald sie fertig sind, will der Zauberkünstler dem Gewinner den Preis übergeben, bemerkt aber, dass es keinem gelungen ist, die Forderung zu erfüllen. Entweder ist ein einzelner grosser Ring entstanden oder zwei miteinander verkettete Ringe.
Der Ausdruck "Afghanische Bänder" wurde für dieses Zauberkunststück bereits im Jahre 1904 verwendet, als Prof. Hofmann diesen Trick in "Later Magic" so bezeichnete. Warum dieser Name für den Trick gewählt wurde, bleibt ein Geheimnis.